Kirchgemeinde St. Marien

Evangelisch-Lutherisch | Gera-Untermhaus

Predigten

Losung für Sonntag, 17. Dezember 2017:
Als die Zeit herbeikam, dass David sterben sollte, gebot er seinem Sohn Salomo und sprach: Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost und diene dem HERRN, deinem Gott.
1.Könige 2,1-2.3
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Auch und selbst im Rechtssystem, indem eigentlich kein Ansehen der Person gelten soll, muss es Vertrauen geben, einen Vertrauensvorschuss, besser gesagt. Wer kein Vertrauen investiert, bekommt nur das, was er erwartet, manchmal seit Jahren erwartet. Du bekommst, was du glaubst, mehr nicht. - Jeder bekommt, was er glaubt, keinen Cent mehr. Deshalb ist der Glaube so wichtig. Und er nährt sich von Visionen, von Visionen wie dieser des Propheten Jesaja.Visionen, in denen Gott handelt, indem er uns einen Vertrauensvorschuss gibt. Visionen, in denen wir handeln, indem wir unseren Vertrauensvorschuss wahrnehmen und wahrnehmen. Also zuerst bemerken und dann auch so leben, dass er zwischen uns Raum greifen und die Wirklichkeit verändern kann. Sogar die Natur, sagt diese Vision Jesajas, wird sich dann verändern, wo dürres Land war, wird es fruchtbar. Wo fruchtbares Land war, wächst Wald. Das klingt wie eine Zusage für den Friedhof in Untermhaus. Hier finden Sie die Predigt vom 12. Sonntag nach Trinitatis.

Eins der beliebtesten Bilder der frühen Christenheit ist der Schafträger. Jesus als guter Hirte mit dem Schaf über den Schultern. Lange bevor die Kreuzigungen aufkommen, wird Jesu in Mosaiken und ganz frühen, heute ganz verbleichten Bildern so abgebildet. Das Motiv ist aus unserer Geschichte. Ein Schaf auf Jesu Schulter. Wenn wir diese Bilder sehen, bekommen wir das Gefühl, wir wären dieses Schaf. Jedenfalls, wenn es uns schlecht ginge. Wenn wir in Schwierigkeiten kommen, ist Jesus für uns da. Er hebt uns auf seine Schulter und alles ist plötzlich gut. Und überhaupt im Leben sind wir Getragene, möchten wir Getragene sein, Leute, die sich auf Jesu Schultern ausruhen. Nur, fürchte ich, ist Jesu Perspektive eine andere. Er betont unablässig, dass er mit seinem eben zeigt, wie es geht, wenn man sich die Kraft des Lebens von Gott holt. Und er will, dass seine Jünger, seine Nachfolger das tun, was er tut. Er will, dass sie in die Welt hinaus gehen und alle Völker zu seinen Jüngern machen. Das im Großen, aber eben auch im Kleinen. Wie heißt es im tausend Jahre alten Friedensgebet des Heiligen Franz? Ach Herr, lass du mich trachten: nicht dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste; nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe; nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe. - Predigt am 3. Sonntag nach Trinitatis.

Wir wissen, wie es läuft und wo die Risiken stecken. Wir wissen, dass es besser ist, vorsichtig zu sein, dass der Prinz nie kommt und wir nie aufhören dürfen zu lernen. Wir sind beinahe zufrieden und können nicht klagen. Alles läuft wie beschrieben. Aber Auferstehung schafft ein unbeschriebenes Stück Land. Das Leben kann anders weitergehen. Nicht mehr den Tod anstarren, sondern das Leben erkennen, das genau vor einem steht. Das war die Aufgabe der Maria. Dem schneeweißen Engel glauben und nach Galiläa gehen, um dort irgendwo Jesus zu begegnen. Jesus beim Brotbrechen verschwinden sehen, um ihn fortan in jedem Brotbrechen neu zu begrüßen. Auferstehung schafft ein Stück Neuland. Es ist zuerst kaum sichtbar und schwer zu erkennen. Es erscheint leise. Aber jedes Osterfest erlaubt uns, anders fortzusetzen, als wir begonnen haben.Auferstehung schafft ein Stück Neuland. Es ist zuerst kaum sichtbar und schwer zu erkennen. Es erscheint leise. Aber jedes Osterfest erlaubt uns, anders fortzusetzen, als wir begonnen haben. Hier steht die Osterpredigt aus Thieschitz und St. Marien.

ber hier wird das Stroh zum Stern. - Ich kenne viele Krippenbilder, da sieht man im Halbdunkel des Stalles, die Gesichter von Josef und Maria. Sie sind geheimnisvoll angeleuchtet, Schatten sind zu sehen, und eine versteckte Lichtquelle gibt den Blick auf dieses oder jene Detail preis. Wo kommt das Licht eigentlich her? Wer hartnäckig nach der Quelle sucht, findet schließlich das Jesuskind. Es leuchtet. Es ist das Licht, das in die Welt gekommen ist. Hier steht unsere Weihnachtspredigt.

Der britische Schriftsteller Julian Barnes erzählt eine etwas rätselhafte und mich besonders berührende Geschichte, ist die einer Pinguin-Gruppe, die sich oben auf der Klippe zusammendrängt und nicht weiß, ob sie ins Wasser springen darf. Denn sie weiß nicht, ob unten im Wasser gerade ein Meeresräuber schwimmt, der Pinguine verschlingt - oder ob die Luft rein ist. Die vielen Pinguine bewegen sich oben an der Kante und plötzlich wird an einer Stelle einer hinein geschubst, zufällig oder nicht zufällig, sagen wir: wie zufällig. Und die anderen - zumindest die am Rand - schauen, was unten passiert. Dieses schreckliche Alleinsein vor dem Tod. Der einzelne Pinguin ist dafür ein treffendes Bild, denn Pinguine leben in Rudeln, Kolonien sagt man wohl, und ohne etliche Pinguine in der Nähe, fühlt sich keiner von denen wohl. Einsam wie ein einzelner Pinguin und in Erwartung des Todes. Unser Predigttext ist einer der großen Trosttexte gegen den Tod und er liest sich, als sei er genau für diesen Pinguin geschrieben, der nach Julian Barnes ein Sinnbild unseres Lebens ist. Hier steht die Predigt vom drittletzten Sonntag nach Trinitatis.


Reicher werden an Liebe funktioniert vor allem so: Nicht darauf achten, was sich wiederholt, sondern darauf, was zuweilen möglich ist. Wer solche Erlebnisse sammelt, macht seine Liebe reicher. Aber warum achten wir so gerne auf das, was sich prompt so einstellt, wie wir es erwartet haben? Ich vermute, das liegt an den Verletzungen unseres Lebens. Die Psychologen nennen sie Traumatisierungen, wenn sie uns krank machen. Aber auch wenn uns diese Verletzungen nicht völlig aus der Bahn werfen, beeinflussen sie unser Leben. Wer verletzt wurde, sammelt gerne die Erfahrungen, die seine Verletzung normal aussehen lassen. Wer in der Liebe verletzt wurde, hält nichts mehr von der Verlässlichkeit der Liebe. Wer verletzt wurde, wenn er Menschen vertraute, erwartet nichts mehr von der Treue. Wer in seinen großen Erwartungen an das Leben verletzt wurde, schaut zynisch und achtlos auf das,was zwischen uns möglich wäre. Einige Menschen haben sich so an diese Haltung gewöhnt, dass sie geradezu im Opferland leben. Ihnen wird immer nur wieder das gleiche zustoßen, empfinden sie, erwarten sie, wissen sie schließlich. Hier steht die Predigt vom Vergebunssonntag.

Sind Christen und Christinnen eigentlich Kämpfer? Oder sind sie solche, die gerade jeden Kampf vermeiden? Meine muslimischen Freunde haben mir einmal erklärt, was Dschihad bedeutet. Es ist der Versuch, die Gebote Gottes in seinem Leben zu realisieren, genauer gesagt ist der Dschihad die Anstrengung, die wir aufwenden müssen, um das Leben mit Gott und in Gott zu erreichen. In diesem Sinne führen auch Christinnen und Christen einen Dschihad. Denn alle Elemente der Waffenrüstung Gottes haben mit unserer Lebenshaltung zu tun. Wer mit dem Bösen in der Welt kämpfen will, der muss sich darum bemühen, eine Haltung zu gewinnen. Das heißt nicht nur: Arbeit an sich selbst! Das Einüben dieser Haltung ist der Kampf um die Welt, den Christen führen müssen. Das Böse braucht uns nämlich, um Wirklichkeit zu werden. Deswegen ist die Waffenrüstung Gottes mit ihren Schutzwaffen die entscheidende Hilfe. Hier steht die Predigt vom Jazz-Gottesdienst.

Alles wird lebendig. Charlie nimmt etwas in die Hand. Das Ding wird lebendig. Es macht sofort Unsinn. In einer Bank geht es vornehm zu. Alle haben viel Geld. Alle tragen feine Anzüge und große Hüte. Aber Charlie stellt seinen Wischmob in einen Hut. Er denkt, es ist ein Eimer. Er bringt alle durcheinander. Auch Jesus hat alles durcheinander gebracht.Er kam in die Welt. Er heilte. Niemand konnte so heilen. Er sprach von Gott. Niemand konnte so von Gott sprechen. Gott ist da. Jesus sprach von Gott. Und alle wussten es plötzlich: Gott ist da.Jesus traute sich Sachen. Niemand sonst traute sich das. Predigt im Film-Gottesdienst in leichter Sprache zu charlie Chaplin's Kurzfilm "The Bank" (1915).

Gott ist uns nahe in den Übergängen. Das können Krisen sein. Das ist die Taufe. Wenn viele getauft werden, wie in den Anfängen unserer christlichen Geschichte, entsteht eine enge Gemeinschaft. Für einen Moment, der Sonnenaufgang der Geschichte Jesu Christi, spielen die pfingstlichen Farben in den Leben der ersten Christen. Für einen Moment ist alles möglich. In diesem Moment wird das Prinzip Gottvertrauen wieder entdeckt und das Prinzip Solidarität erfunden. - Dann müssen wir wieder auseinander gehen, als freie Leute, die sich immer wieder ihrer Gemeinschaft versichern. Die wissen, dass diese geschwisterliche Gemeinschaft in Christus wirklich ist. Aber die auch wissen, dass freie Leute ihren Weg allein gehen können. Sie vertrauen Gott und deshalb sich und der Welt, in der sie leben. - Gemeinschaft ist ein Zeichen der Nähe Gottes. Es gibt andere. Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf dem Weg, den sie für sich finden, zu einem Zeichen werden. Denn auch heute entstehen Wunder und Zeichen; überall dort, wo Gott nah ist. Hier steht die Predigt über den urchristlichen Kommunismus.


Dass diese Flucht in ihrem Gottvertrauen und mitten in ihrem „Menschenleid und -schuld“, ein Teil unserer Welt ist, zeigt der rechte Fuß des Josef. Er steht nämlich so auf dem Bildrand, dass er optisch in unsere Welt hineinragt. So wie Simeons rechter Fuß links oben auf der Tafel, der uns Jesus als das „Licht der Völker“ nahe bringt, überschreitet Josef seine Bildwelt und wird Teil unserer Welt. Auch heute noch fliehen Menschen, auch heute noch finden sie den Tod, aber auch Bewahrung mitten in der Gefahr. Auch heute noch finden wir Ruhe und Angstlosigkeit mitten in der Gefahr. Auch heute noch steht der Goldgrund hinter allen Dingen, so wie sich der Himmel über uns wölbt. Noch heute wandern wir im Jetzt. Und während unter uns die Näglein wachsen, schauen wir auf das Goldene Schiff, kaum wahrnehmbar, aber in der Mitte unserer Welt, das Jesuskind, dass die Felsen des Todes wegräumt. Hier steht die Predigt über die Bildtafel "Die Flucht nach Ägypten".


Valery Suty singt die Arie der Santuzza aus der Oper Cavalleria rusticana (Dank für das Foto an Wolfgang Hesse!)Aber die Oper von Mascagni lässt dieses Geschehen an einem besonderen Ort und zu einer besonderen Zeit spielen: Am Ostermorgen vor dem Portal einer Kirche. Die sakralen Gesänge aus der Kirche sind zu hören, sie wehen aus dem heiligen Raum nach draußen und kreuen das versöhnte Geschehen im Inneren der Kirche mit dem unversöhnlichen Handeln der Figuren vor ihrer Tür. Was heißt das? "Rote Ostern!", wünscht Santuzza ihrem Geliebten Turrido, als er sich grob aus ihren Armen in den Kirchenraum flieht. Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen. Und wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch dar (Lukas 6, 27-29). Wenn das das Gegenmittel zur Blutrache sein soll, ist es weitgehend unwirksam. Schon Auge um Auge würde hier genügen, würde das lamechmäßige Einen-Mord-für-eine-Untreue in die Schranken weisen. Aber Auge um Auge, Zahn um Zahn wirkt nicht einmal auf das Geschehen vor der Kirchentür. Die Gesänge wehen heraus, aber die Moral bleibt drinnen. Hier steht die Predigt aus unserem Theater-Gottesdienst zur Cavalleria rusticana.

Wozu erhält man Zugriff, wenn man auf den Heiligen Geist als Standard-Browser setzt? Man erhält Zugriff auf sich selbst. „Wir haben uns nicht, wir werden erst!“, sagt der Philosoph Ernst Bloch - nicht nur über Jugendliche. So wie diese Jünger nben sich selbst standen und nicht tun konnten, was sie eigentlich konnten, und dann aber endlich rausgingen und taten, was sie tun konnten. So funktioniert das. Stellen wir uns nicht vor. irgendetwas Fremdes überwältigt plötzlich diese Männer und sie fangen in fremden Sprachen an zu plappern. Sie verstehen selbst nicht, was sie sagen. Stellen wir uns nicht vor, wir müssten nur abwarten und dann käme der Heilige Geist und machte mit uns was er will. Und anschließend ginge er wieder und wir würden wieder normal und lebten eine Weile weiter, wie wir es gewohnt sind, und dann käme der Heilige Geist vielleicht nochmal über uns. Der Heilige Geist ist ein Browser. Er gibt uns den Zugriff auf das, was wir sowieso wollen und sind. Hier steht die Konfirmationspredigt vom Pfingstsonntag 2016.


Das Relief "Verkündigung Mariä" des Unetrmhäuser Altarsmmm .... mmm ... mmm. Was ist das für ein Gruß? Diese drei vorsprachlichen Laute der Sopranpartie bedeuten vielleicht genau das. Was ist das für ein Gruß? Die Verwunderung der Maria. Zugleich ihr Entzücken, von einem Engel besucht worden zu sein. Peter Helmut Lang (*1974) komponiert zu acht Tafeln und Reliefs unseres Altars je ein Stueck fuer Sopran und Holzbläser. Und so entsteht : „... und sie bewegte die Worte in ihrem Herzen“. Kantate zum Untermhäuser Marienaltar in 8 Bildern. Das Ensemble Dix spielt diese Stücke nach und nach in insgesamt acht Gottesdiensten. Wir begannen - ganz chronologisch - mit der Verkündigung. Der Engel besucht Maria und eröffnet ihr, dass sie Gott gebären wird. Was ist das für eine Nachricht? ... mmm .... mmm ... mmm. Im Gottesdienst wurde die Verkündigungstafel interpretiert. Gebete, Liturgie und Predigt bezogen sich auf das Motiv. Seien Sie uns herzlich willkommen! Hier finden Sie unser Programm-Faltblatt. Sie können es auch in der Kirche gedruckt erhalten, um sich an die Gottesdienste der Reihe zu erinnern und die Bilder vor Augen zu haben. Hier steht die Predigt.



Der Himmel war unten. So war das in der dritten Märzwoche. Scilla, Blausterne, kleine Staudenpflanzen, die gern unter Bäumen wachsen. Ich war immer wie gebannt von dem Anblick. Aber nicht nur, weil die blauen Blumenteppiche so schön aussahen, das auch, aber sie standen auf einem Friedhof, auf dem Herrnhuter Gottesacker in Neudietendorf, über den ich ein Jahrzehnt lang Gruppen geführt habe. Und auch wenn es November war, habe ich stets die Scillablüte auf diesem Gottesacker beschworen. Wenn sich die Friedhofswiese blau färbt durch Zehntausende von kleinen Stauden, dann sieht der Boden aus wie der Himmel, dann wird die Grabeswiese zum Himmelsblau. Was für ein poetisches Symbol der Auferstehung! Der Gottesacker heißt ja Acker, weil er an das paulinische Wort vom Weizenkorn anknüpft. Das Weizenkorn fällt in die Erde und muss sterben, damit es vielfältig Frucht bringt. Und nun wächst es aus der Gottesackerwiese, so dass sich der ganze romantische Ort Himmel blau färbt. Ich denke an das „Anziehen der Herrlichkeit“. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Hier ist die Predigt aus den Osternacht-Gottesdiensten in Thieschitz und St. Marien.


Normalerweise fühlt sich ein Kind bei den Erwachsenen sicher. Sie strahlen das aus. Genug Sicherheit für die Kinder, genug Wärme, genug Alles-ist-gut! - Aber nun die Dunkelheit, die aufsteigende Panik, die unterdrückte Angst. Das deutsche Wort Angst ist tatsächlich mit dem Wortfeld Enge verwandt. Angst haben, heißt, es wird eng. Eng in der Lunge, der Atem wird schwer. Eng in der Seele, die Angst kommt. Die Details ihrer Angst hat niemand erfahren. Die kleine Martha hat überlebt. Natürlich gab es keine Trauma-Therapie, wie es heute Soldaten nach dem Afghanistan-Einsatz beanspruchen können. Im Gegenteil. Die Nachkriegsgesellschaft machte sich lustig über Menschen, die Ängste hatten. - Kennen Sie diese Situation, aus eigener Erfahrung oder von Erzählungen? Eine laute Runde sitzt zusammen. Bier, Karten, Zoten. Plötzlich wird es jemandem zu bunt und er ruft: „Schrei mich nicht so an! Ich war verschüttet!“ Das hieß so viel wie: „Nehmt Rücksicht auf mich! Ich bin psychisch nicht besonders belastbar!" Vielleicht steckt sogar eine Drohung darin: "Ich werde gleich unerwartet reagieren!" - Die kleine Martha ging als erwachsene Frau sehr ungern aus dem Haus. Sie hat in ihrem ganzen Leben keinen Urlaub gemacht. Sie hat nie: „Ich war verschüttet!“, gebrüllt. Aber sie hat es immer vermieden, in einem fremden Bett zu schlafen. Ihr Zuhause war ihre Höhle. Und die Sicherheit, die sie in jener Situation, von der sie kaum sprach, von den Erwachsenen nicht bekam, versuchte sie ihren Kindern zu geben. Die Kinder genossen also viel Schutz und wenig Vertrauen. Predigt über Angst und Gehorsam am Passionssonntag Judika

Was tut eigentlich so ein Hoherpriester? Er ist nicht mit dem alltäglichen Tempelkult beschäftigt, mit dem opfern, beten, organisieren, sondern er ist vor allem der, der den engsten Kontakt mit Gott hat. Einmal im Jahr geht er in das Allerheiligste des Tempels. Die am besten gehütete Kammer, in der die Bundeslade steht, in der Gott selbst nach dem Glauben der Israeliten wohnt. Er tritt zum Thron der Gnade, wie die Platte auf der Lade mit den Engeln genannt wird, spricht dann den Gottesnamen aus. Der Hohenpriester ist der einzige des Volkes, der Gott so nahen kann. Er ist hervorgehoben unter den Sterblichen, muss im Stamm der Leviten geboren sein, ist in seinen kultischen Handlungen festlich gekleidet und den meisten einfachen Israeliten sehr fern. Sein Leben ist ein ausgesondertes und abgesondertes. Er muss den Menschen fern sein, um Gott nahe sein zu können. Wenn wir uns diese majestätische Gestalt vorstellen, verstehen wir, warum Jesus so eine Art Hoherpriester des Volkes ist. Er ist eben nicht abgesondert, um Gott nahe sein zu können,sondern Gott ist in ihm, damit Gott uns nahe sein kann. Predigt über den Körper und unseren Zugang zu Gott.

Was haben diese Bilder aus dem Bereich des Sports mit Religion, gar mit unserem Glauben zu tun? Wir kennen das aus dem Fernsehen, wenigstens einige von uns. Ein Tor fällt, die Spieler jubeln, fallen über einander her, küssen sich, wie es Männer sonst nicht tun oder haben sich besonders virtuose oder lustige Jubelgesten ausgedacht, wie der Salto von Pierre-Emerick Aubameyang oder früher der Ohrschrauber von Luca Toni. - Und manche bekreuzigen sich auch, danken für ihren Erfolg ihrem Gott. Das ist inzwischen so häufig, dass es niemand mehr merkwürdig findet. Wer siegt,bekreuzigt sich, das ist normal - aber umgekehrt? Ihr sollt den Glauben so leben wie ein Leistungssportler? Hartes, methodisches Training, fünfmal in der Woche, Videoanalysen, ein Trainer, der die Bewegungsabläufe verbessert, ein Pfund Spagetti vor jedem Gottesdienst? Das ist kaum vorstellbar, Glauben ist mit Leistung bei uns gar nicht mehr verbunden, besonders bei uns Protestanten nicht. Also fragen wir zuerst, wie kommt Paulus dazu, uns mit einem Langstreckenläufer oder Sprinter zu vergleichen. Der erste Grund ist dieser: Paulus schreibt den Korinthern, in deren Stadt die Isthmischen Spiele stattfanden, die nach den Olympischen Spielen die wichtigste sportliche Großveranstaltung im antiken Griechenland waren. Das Stadion, das Hippodrom, das Theater, das Gymnasion, alles was so dazu gehörte, war den Korinthern vor Augen und gehörte gleichsam zu ihrem Nationalstolz, zu ihrer lokalen Identität.Eine Predigt über antike Philosophie und eine von Paulus' Zuspitzungen.

Aber all dies wird es geben. Die Angst vor der Zukunft, die Wunden der Vergangenheit, die Verletzungen, die uns andere Menschen zufügen, die Verletzungen, die wir anderen Menschen zufügen, aber auch die des grausamen Zufalls und auch die, die wir uns selbst beibringen. Es wird den Druck der Schuld geben, die Sachen, die wir uns nicht verzeihen können, es wird die schlaflosen Nächte geben, die Atemnot und den Gelenkschmerz. Es wird das ganze Leben geben, mit seinen unkontrollierbaren Ausschlägen nach oben und nach unten. Gott schützt uns weder vor uns selbst, noch vor den anderen, noch vor des Schicksals wütenden Attacken. Und trotzdem gilt der eigenartige Satz: Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? - Er klingt so kämpferisch, als sei er auf einen Uniformkragen genäht und schickte uns in den Kampf. Hier steht unsere Predigt für den Altjahresabend.

Und dieses milde zugewandte Gesicht eines Königs ist in unserem Falle das Gesicht eines neugeborenen Kindes. Heute, am Christtag, können wir zugespitzt sagen: Es ist ein Säugling, ein Baby. Das Gesicht eines Kindes lacht uns gewinnend an und zeigt uns die Menschenfreundlichkeit Gottes! Er gewinnt unser Herz mit diesem Anblick. Das kleine Kind weckt unsere guten Instinkte. Selbst ein grobschlächtiger Kerl, ein Kriegertyp mit unempfindlichem Herzen, lässt sich von einem Kind rühren.Sie kennen das, wenn sie ihre Enkel, Ihre Kinder in den Arm genommen haben, als sie noch ganz klein waren. Von jedem Kind geht ein Zauber aus.Und der große Mann fasst es vorsichtig an und fürchtet es fallen zu lassen und hält es ganz sachte und vorsichtig, dieses kleine verletzliche Bündel Leben, von dem so viel Friede ausgeht. Die Zeit bleibt einen Moment lang stehen. Hier steht unsere Weihnachtspredigt.


Der Himmel über Bethlehem war schwarz. Kein Stern war zu sehen. Nur das Wachfeuer brannte. Viel Wärme verbreitete es nicht. Aber es hielt die wilden Tiere ab. Benjamin, der kleinste der Hirten, hatte das Gefühl, genau da, wo der Lichtkegel aufhörte, lauerten die Monster der Nacht mit großen Ohren und schrecklichen Zähnen. Er hatte einmal einen Wolf gesehen. Und Simson, der stärkste der Hirten, hatte ihn verjagt, indem er seinen Stock hob und einen Schritt auf ihn zu trat. Simson schnarchte neben ihm. Und Benjamin hatte das Gefühl, die wilden Tiere hörten das und kamen näher heran. Er hatte auch einen Hirtenstock, aber der war kleiner, und ob die Wölfe vor dem Angst hatten? Simson und Methusalem schliefen fest. - Wollen sie wissen, wie es weiter geht. Lesen Sie meine Predigt vom Heiligen Abend!


Das Bild Gottes am Kreuz, der sich selbst nicht schonte, weil er eine große Leidenschaft für die Menschen hat, für alle Menschen. Denkt an diese Leidenschaft Gottes!Vertraut ihr! Denkt daran, dass ihr ihn rühren werdet, wenn ihr aufrichtig seid, auch wenn ihr kein Öl dabei habt.Und wenn ihr Angst habt, es könnte vielleicht doch noch reichen, eurer Leben sei nicht ansehnlich genug, dann lauft nicht weg und kauft Öl, sondern vertraut dem, der mit Milde auf euch blickt. Mit mehr Milde, als ihr selbst auf euch blickt. Denn er ging für euch in den Tod, und der Tod konnte ihn nicht halten. Und er wird auch uns nicht halten. Und unsere Lieben nicht. Predigt am Ewigkeitssonntag über die Angst des Protestanten, am Ende mit leeren Händen dazustehen.


Wenn dein Bruder siebenmal am Tag an dir sündigen würde und siebenmal wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich! So sollst du ihm vergeben.(Lk 17, 4) - Und nun ganz wichtig: Wenn es nicht funktioniert, dann halt unbedingt daran fest, das Vergebung zwischen dir und deinem Bruder möglich ist. Sei grimmig, grolle ruhig, formuliere in inneren Monologen deinen Zorn, lass dir Zeit, lass dich von niemandem unter Druck setzen, wenn du Zeit brauchst, aber halte daran fest, dass der Grund dieser Welt Vergebung ist, auch wenn es manchmal nicht so aussieht. - Der us-amerikanische Vergebungstherapeut Collin Tipping lacht grimmig. „Und das geht eben nicht“, sagt er, „man kann nicht ewig an der Perspektive der Vergebung festhalten! Jeder, der das tut, verbittert irgendwann doch.“ Wieder mache ich meine Geste,die „Warte!“ bedeutet. Hier steht die Predigt vom Vergebungssonntag.


„Herr wir glauben, hilf unserem Unglauben“, ist der Gebetsruf, der mir an dieser Stelle auf die Lippen kommt. Jesu Worte und Geschichten machen uns deutlich, wie groß wir sind, wie groß das Leben ist, wenn es ist, wie es sein soll. Ein Fleisch sein, das will die Liebe. Ein Fleisch sein, das vermag die Liebe nicht. Einander ein Leben lang anhangen, das will die Liebe, und bei jeder Eheschließung wird gesagt: Bis dass der Tod euch scheidet. Unser Verlangen will Ewigkeit, aber unser Alltag ist zeitlich. Es gibt moderne Eheschließungsworte, die lauten: "Wir bleiben zusammen, solange die Liebe lebt." Davon halte ich nichts. Jede Ehe wird im Himmel geschlossen und will Ewigkeit, wie es Jesus sagt. Aber die Liebe, die nimmer aufhört, ist Gottes Liebe, nicht die unsere. Wir fehlen, wir reißen auseinander, was ein Fleisch ist. Wir glauben, Herr hilf unserem Unglauben. Die Liebe will Ewigkeit und es werden nur fünf oder sieben Jahre. Aber nichts wird uns trennen, nicht Mächte oder Gewalten, auch nicht unser unvollkommenes Herz, von der Liebe Gottes, unseres Herrn und Heilandes. Hier steht die ganze Predigt.


Alle Menschen können zu Jesus kommen. Sarah wurde heute getauft. Sie ist jetzt sein Kind. Wir alle sind getauft. Wir gehören zu ihm. Und Jesu kommt auch zu den Fremden. In unserer Geschichte hat er die Grenze überschritten. Er hat etwas gelernt. Die Frau ist kein Hund. Die Fremden sind keine Hunde. Sie dringen zu ihm durch.Jesus weiß: Sie kommen zu mir. Sie sind schlau. Sie sind langsam. Sie sind nett. Sie sind nervig. Egal. Alle gehören zu mir. Predigt in leichter Sprache. Sie steht auch hier im Netz.



Lepraratsche

Lepra, der Aussatz, ist eine furchtbare Krankheit. Sie macht die Haut erst fühllos. Und dann - durch Unfälle und Infektionen – verändert sich das Hautbild. Die Kranken sehen mit der Zeit schrecklich aus. Schon der Anblick ist eine Bedrohung für die gesunde Bevölkerung. Außerdem ist die Krankheit ansteckend. Nicht sehr ansteckend. Aber allein die Vorstellung, man könne selbst zu diesen Monstern gehören, ist natürlich Angst erregend. Deshalb auch die Wut der Absonderung. Sie werden vor die Stadt gejagt und müssen sich bemerkbar machen, wenn Ihnen jemand naht.Haben Sie schon einmal eine Lepra-Ratsche gesehen? Wenigstens auf einem Bild? Das ist ein unheimliche Vorstellung, eine Gruppe Menschen, die ausgesondert ist und über ihren Köpfen die Ratschen dreht, um durch den Lärm auf sich aufmerksam zu machen, eigentlich vor sich zu warnen. Für heutige Ohren klingt diese Situation weit weg. Aber machen Sie sich klar, dass man damals nur schwer infektiöse Hautkrankheiten von solchen unterscheiden konnte, die nicht ansteckend waren, Das heißt, dass unter den Leuten vor der Stadt auch Neurodermitiker und Psoriatiker waren. Erst zu Unrecht, dann zu Recht. Denn es dauerte ja nicht lange, bis die roten Flecken, mit denen die Lepra beginnt auch auf der Haut derer auftauchten, die vorher aus anderen Gründen rote Flecken hatten. Ich denke manchmal, dass die Skepsis, mit der heute noch Hautkranke angesehen werden, etwas mit dieser untergründigen Geschichte der Lepra zu tun hat. Oft sind es ja nicht einmal die Betrachter von Hautveränderungen, sondern die Kranken selbst, die sich schämen und eine unsichtbare Lepra-Ratsche drehen, wenn sie nicht ganz zu Hause bleiben und sich verstecken. Predigt und Gebete zum dankbaren Samariter.


„Wir leben in einer spannenden Zeit. Alles passiert gleichzeitig!“ - So beginnt ein Image-Film der Postbank, der gerade fast jeden Werbeblock bevölkert. Ich glaube in unserer Zeit, die wir „Moderne“ nennen oder manchmal auch schon „Postmoderne“, ist uns diese Wahrheit wieder nahe gekommen. Wir sind Sünder und Gerechte zugleich. Wir sind demütig und hoffärtig zugleich, halten zu viel von uns - und stellen gleichzeitig unser Licht unter den Scheffel. Wir sind mutig und furchtlos. Dann wieder trauen wir uns keinen Schritt. Und doch sind wir darin verstanden, sogar geliebt. Als Zöllner, die sich an die Brust schlagen. Und als Pharisäer, die etwas in ihrem Leben erreichen wollen. Beide biblischen Figuren sind wir.Und egal, ob wir scheitern oder triumphieren, suchen wir seine Nähe. So werden wir finden, was wir nicht gesucht haben:Erbarmen. Eine Predigt für Zöllner und Pharisäer.


Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht, wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe und wusstest du, dass ich sammle, wo ich nicht ausgestreut habe? Dann hättest du mein Geld den Geldverleihern bringen sollen, und ich hätte bei meiner Rückkehr das Meinige mit Zinsen zurückerhalten.Darum nehmet ihm das Talent weg und gebet es dem, der die zehn Talente hat! Denn jedem, der hat, wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat.Und den unnützen Knecht stoßt hinaus in die Finsternis, die draußen ist! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. - Auf den letzten Seiten von Brechts Dreigroschenroman im „Traum des Soldaten Fewkoombey“ verurteilt ein Richter alle, die die Perikope erzählen, zum Tode. „Weil du deinen Leuten dieses Gleichnis in die Hand gegeben hast, das auch ein Pfund ist! Mit dem gewuchert wird! Und alle, die es weitergeben, die es wagen, so etwas zu erzählen, die verurteile ich! Zum Tode! Und dann gehe ich weiter: wer es sich erzählen lässt und es wagt, nicht sofort dagegen einzuschreiten, den verurteile ich ebenfalls! Und da auch ich diesem Gleichnis zugehört und geschwiegen habe, da verurteile ich auch mich zum Tode!“ Hier ist meine Deutung des Gleichnisses.


Diese Kluft scheint es also nicht nur im Totenreich zu geben, sondern auch im Reich der Lebenden. Und so wie der Reiche es im Leben gerne bei der Kluft gelassen hat, so wird ihm seine Abschottungspolitik jetzt zum Verhängnis. Die Kluft überwinden. Das geht offenbar nur, solange wir lebendig sind. Vielleicht stimmt der Satz sogar, wenn wir ihn umdrehen. Solange wir eine Kluft überwinden können, sind wir lebendig. Wenn wir aus unseren eigenen Vorstellungen über die Welt nicht mehr herauskommen, sind wir tot. Dann herrscht schon die Logik des Totenreichs. Predigt vom reichen Mann, der den armen Lazarus von fern sieht.



Und doch sind die Frauen entsetzt. Was ist das für ein Gefühl, Entsetzen? Es ist Furcht darin. Das wird gesagt. Furcht vor der übernatürlichen Erscheinung. Der Engel mit dem glänzenden Gewand. Und auch die Leere. Die Leere macht Angst. Die Binden, die da noch liegen. Hinweis auf einen Toten, der umhergeht, einen Zombie sozusagen. So würde man heute einen wandelnden Toten nennen, von dem Gefahr ausgeht. Und diese Leere dort, wo sie den Tod vermuteten. Horor vacui. Die Leere zieht an ihren Köpfen und Herzen.Die Leere macht Ihnen klar, dass sie etwas begreifen sollen, aber was? Hier steht meine Osterpredigt.

Aber was heißt für uns gestorben? Das ist eigentlich immer noch ein Rätsel. Schon die Bibel gab darauf Antworten: Er hat sein Blut vergossen, um uns zu erlösen. Er versöhnte den zornigen Gott mit sich selbst. Er hat stellvertretend für uns gelitten. Aber diese Antworten sind immer auch noch Fragen: Was heißt das, uns zu erlösen? Was heißt, den zornigen Gott versöhnen? Was heißt, für uns leiden? Und die Fragen verstummen vor dem Leid, So wie der, der am Kreuz hängt, dürstet, so dass er ganz Durst ist. Und Schmerz leidet, so dass er ganz Schmerz ist. Predigt aus dem Rundfunk-Gottesdienst (MDR Figaro) am Karfreitag.


Geschieht eine solche Katastrophe, rufen alle nach Konsequenzen. Etwasmuss geändert werden, damit so etwas nicht wieder geschieht. Aber auch die nächste Änderung wird eine Einflugschneise, dann eben für das nächste Sicherheitsproblem sein. Der nächste Versuch, Menschen besser kontrollieren und auszubilden, wir ihn auch nicht unter Kontrolle bringen, den ungeheuerlichen Menschen. den Gott wenig geringer gemacht hat, als ihn selbst. So steht es jedenfalls in einem Psalm (Ps 8, 6). Was ist der Mensch? Eine Black Box, ein Rätsel, nicht auf den Begriff zu bringen. Und wenn das Ungeheure geschieht, dann spüren wir den kalten Windhauch, dann spüren wir den unheimliche Gast durch's Zimmer gehen. Predigt am Palmsonntag zur Jubelkonfirmation. [Bild: Unter den Toten des Germanwings-Fluges 9525 war auch eine 31jährige Künstlerin, die in Halle den Reileck-Kunst-Kiosk gestaltete. Dort ist ein Erinnerungsort entstanden.]



Als Kind mochte ich ein Märchen nicht besonders, nämlich „Hans im Glück“. Da hatte ein junger Mann nach langen Jahren des Dienstes einen Klumpen Gold bekommen. Und er schien ausgesorgt zu haben. Aber er tauschte das Gold gegen ein Pferd und das Pferd gegen eine Kuh, und die Kuh gegen eine Ziege, und die Ziege gegen eineGans, und die Gans gegen einen Schleifstein und einen Feldstein. Als er sich abmüht, die beiden schweren, aber nicht besonders wertvollen Steine zu tragen, ruht er aus und will aus einem Brunnen trinken.Das fallen ihm beide Steine hinein, und er hat gar nichts mehr: Das Märchen schließt: „So glücklich wie ich“, rief er aus‚ „gibt es keinen Menschen unter der Sonne.“ Mit leichtem Herzen und frei von aller Last ging er nun fort, bis er daheim bei seiner Mutter angekommen war. -Da war ein Mensch so dumm, schien mir damals, einen schlechten Tausch nach dem anderen zu machen. Und als er gar nicht mehr hatte, freute er sich auch noch. Dass dieser Mann sich glücklich nannte, schien mir ein Hohn, eine reine Schutzbehauptung. Predigt über zwei Jünger, denen es nicht reicht, mit Jesus zusammen zu sein.


SteinwuesteJesus erneuert unser Bild von Gott. Er nimmt die Willkür hinaus, das Potentatenhafte, das Gewaltherrschermäßige.Gottes Kr aft fließt. Sie erneuert die Welt. Aber sie erleidet auch Gewalt. Wie Jesus am Kreuz. Und sie überwindet die Gewalt. Wie Jesus, der sein Grab verlässt und Maria Magdalene neckt. Die Kraft Gottes ist anders, als wir sie erwarten. Nur in den Versuchungen des Teufels gleicht sie unseren Machtphantasien. Gott allein dienen heißt, sich auf ihn allein verlassen. Und wie heißt es im Psalm? “Wohl denen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln. Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott” [Psalm 84, 6. 8]. Predigt über Versuchungen in Steinwüsten (und außerhalb).



Vor diesem Jesnashornus stehen die Jünger, ratlos, Petrus spricht nur aus, was sie alle empfinden. Und dann geht Jesus in die Öffentlichkeit. Und nun stehen wir vor ihm, ratlos wie eine Herde Nashörner.Grau und dick ist unsere Haut. Und wir fressen den ganzen Tag. Wir haben kaum Zeit für etwas anderes. Unser Leben ist geregelt. Zwischen ihm und uns Blumenrabatten, ein kleiner Zaun und ein Abgrund, auf dessen Boden schwarze Pfützen stehen. Was haben wir zu verlieren? – Das Leben. Was haben wir zu gewinnen? Das Leben. – Und er redete das Wort frei und offen. Predigt am Sonntag Estomiihi in St. Salvator und zu meiner Einführung in Untermhaus.