Kirchgemeinde St. Marien

Evangelisch-Lutherisch | Gera-Untermhaus

Die Geschichte der Sankt Marien Kirche

Losung für Sonntag, 17. Dezember 2017:
Als die Zeit herbeikam, dass David sterben sollte, gebot er seinem Sohn Salomo und sprach: Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost und diene dem HERRN, deinem Gott.
1.Könige 2,1-2.3
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Evangelisch
Lutherische
Kirchgemeinde
Gera-Untermhaus
St. Marien

Ab 1193

1193 oder 1206 erbaut als Marien-Kapelle nach noch nicht sicher bestätigten chronistischen Aufzeichnungen aus dem vorigen Jahrhundert (1193 auch Stiftung des Klosters Mildenfurth bei Wünschendorf durch Heinrich den Reichen) 15. Jahrhundert Turm, Altarraum und ältester Teil des jetzigen Langhauses im spätgotischen Stil errichtet aus Falkaer Sandstein (wie Schloß Tinz und Rathaus Gera).

Die verhältnismäßig stumpfe Form der Altarraum-Fensterbogen und deren Unterteilungen erinnern an die hessische Frühgotik (Südseite des Wetzlarer Domes und Marburger Elisabeth-Kirche). Deshalb gelegentlich auch noch die Behauptung, daß der Chorraum aus früherer Zeit stamme.


Ab 1736

1736 Untermhaus mit Cuba und Gries, vorher zur Parochie Gera gehörig, wird eigene Pfarrgemeinde. Der 1. Seelsorger, zugleich Hofprediger auf Schloß Osterstein, nimmt weitgehend Umgestaltung des Kircheninnern im Stile des Barock vor; Verlegung des alten Altarschreines an nördliche Seitenwand: Errichtung der Kanzel über dem Altar, zwischen Holzsäulen angeordnet; alles Holzwerk weiß und gold gestrichen; Fenster gelichtet 1882/83 Statt eines schon fest geplanten Kirchenneubaus gründliche Erneuerung der Kirche, um für schnell wachsende Gemeinde Raum zu schaffen (Leitung Geheimer Regierungs- und Baurat Haase / Hannover): Schiff bis in Chorraum verlängert und um 2 m nach Westen erweitert.

Neue Westfassade mit zwei runden Türmchen als Treppenaufgängen. Unter den hoch angelegten Fenstern des Langhauses vier neue rechteckige Fenster und Südeingang zu Kirchenschiff geschaffen. Neue Verglasung der Chorraumfenster. Alte Sakristei geöffnet und als Seitenschiff benutzt. Über derselben Einbau des Fürstenstandes und Emporenbrüstung. Kanzel wieder an Seite verlegt. Vorbau errichtet an Westseite des Turmes als Zugang zu Fürstenloge und neuem Seitenschiff; darüber eigenartiges Rundtürmchen, kleine neue Sak

ristei an Südseite angebaut. Erhöhung des Langhauses durch Einbau eines hölzernen Tonnengewölbes. Verlegung der Orgel auf neu gewonnene obere Empore. Erweiterung der unteren Emporen. In Spitzbogen endendes, nach 3 Seiten Arkaden bildendes Balkenwerk mit schönem Durchblick.


Ab 1936

1936 Innenerneuerung der Kirche: Der in ursprünglicher Schönheit wiederhergestellte Flügelaltar rückt wieder an zentrale Stelle. Über ihm findet nach gründlicher Renovierung der zuvor seitlich hängende, von ca. 1500 stammende Kruzifixus einen würdigen Platz. Freilegung des Sandsteines an Gewölberippen, Triumphbogen und Fenster- wölbungen. Neue Kanzel auf Südseite. Nach 1. Weltkrieg durch Familie Hirsch gestifteter betender Krieger von Prof. Behn / München jetzt der Kanzel gegenüber aufgestellt. (1957 umgesetzt an Südostecke des Kirchenschiffes). Einbau einer Heißluftheizung anstelle einer früheren Dampfheizung. 1957 Innenerneuerung der Kirche, da besonders durch Hochwasser 1954, welches die Altarstufe noch überflutete, schwere Schäden am Putz entstanden waren. Dicker Asphaltanstrich (von 1883 oder 1936) unter dem Putz des Chorraumes wird zur besseren Durchlüftung des Mauerwerkes mühsam entfernt, der Chorraum in hellem Ton neu verputzt und gemalt einschließlich der Fensterwölbungen, da dies nach Urteil der Sachverständigen dem ursprünglichen Charakter der Kirche besser entspreche; die 1950 angebrachte Holzverkleidung, welche die alte Sakristei vom Kircheninneren trennte, aus gleichem Grund durch massives Mauerwerk ersetzt, der Altarraum mit neuen Beleuchtungskörpern versehen. Wegen störender Zugluft wird die Westseite des Schiffes durch Holzverschläge gegen das Treppenhaus abgeschlossen; an den Emporen werden Türen angebracht. Anfang der 90-er Jahre Innen- und Außenerneuerung der Kirche: weitere Entfernung des Asphaltanstriches, neuer Putz in großen Teilen von Chorraum und Schiff, Einbau einer Alarmanlage, Erneuerung und Ausbesserung des Sandsteines, Anbau von Fensterläden als Schutz vor Vandalismus, Äußere Sanierung von Turm und Dächern, Öffnung des Turmknopfes, Kruzifixus wird wieder an Chorraumseitenwand umgelagert. 2003/04 Sanierung von Gewölbe und Treppe im Nordtürmchen von 1882 Die älteste Urkunde von 1662 im Turmknopf (1959 und Anfang der 90-er Jahre geöffnet) beginnt mit Sprüche 18, V.10: Der Name des Herrn ist ein festes Schloß; der Gerechte läuft dahin und wird beschirmt!