2. September, 14. nach Trinitatis, 17 Uhr

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Esra und Nehemia oder wie Fremde im eigenen Land. Liturgie und Predigt: KRin Charlotte Weber, Ökumene-Referentin der EKM und Stephen Gill, ein ökumenischer Gast aus Pakistan; Musik: Marion Franke/Ina Mohn-Engel (Flöten/Orgel).

Der brave Flüchtling integriert sich. So lesen wir es in der Zeitung, sehen wir es in der Tagesschau und hören es auf den Marktplätzen unserer Kultur. Das Volk Israel hat nie daran gedacht, sich zu integrieren. Als das ganze Volk nach Babylon verschleppt wurde, gabes einen ungeheuren Integrationsdruck, und statt zu vergessen und sich anzugleichen, entwickelte Israel eine Differenzkultur und begann alles aufzuschreiben, was sie über Ihren Gott wussten. Dann kamen sie zurück in die Heimat und in das Land der Verheißung. Die biblischen Bücher Esra und Nehemia schildern diesen Vorgang. Die Tempelgeräte werden wiedergefunden, der Kult wird wieder eingerichtet. Israel ist zurück im eigenen Land. Begeisterung, aber auch die Feststellung: “Wir sind nicht allein!”

Wie ist es, fremd im eigenen Land zu sein? Und was macht man dann? Diesen Fragen geht die Kirchenrätin Charlotte Weber nach. Natürlich wirft sie Seitenblicke ins Heute. Sie leitet das Ökumene-Referat im Erfurter Landeskirchenamt und wird einen ökumenischen Gast mitbringen. Er heißt Stephen Gill und kommt aus Pakistan. Er ist Katholik und gehört damit in seinem Heimatland einer wenig angesehenen Minderheit an. Er wundert sich, dass im Christlichen Abendland die Christen auch nur eine Minderheit sind. Sein Vater ist Koch, besucht ihn gerade und wird uns ein paar kulinarische Proben seines Könnens servieren. Marion Franke (Flöten) und Ina-Mohn-Engel (Orgel) machen die Musik. Sie sollten auch kommen!

Frank Hiddemann
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Seit 2015 Pfarrer in St. Marien und St. Salvator, Gera.