• Abschiedspredigt

    Predigt am 12. Sonntag nach Trinitatis (30. August 2020) in St. Marien, Gera-Untermhaus. Die Gnade Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. 1. Der Apostel als Gärtner und Baumeister Liebe Gemeinde, der Apostel Paulus fühlte sich manchmal als Gärtner oder Ackerbauer oder anders gesagt als Baumeister oder Architekt sakraler Bauten. Er baute aber eigentlich keine Häuser oder Tempel, und er pflanzte


  • Judica – Gottesdienst als Brief oder Video

    Leere Straßen, leere Städte. Wo sich neulich noch die Leute drängten, ist kaum ein Mensch zu sehen. Wo sie aufeinander treffen, in Supermärkten und Apotheken, hält jeder Abstand. Wo verschiedene Ansichten von Hygiene oder verschiedene Einschätzungen der Infektionsgefahr aufeinandertreffen, wird es leicht laut. Die Welt ist fremd geworden. Diese Empfindung nimmt unser geistliches Wort zum Sonntag Judica auf. Denn unser Gottesdienst am Sonntag fällt aus. Wir können uns nicht im


  • Laetare – Gottesdienst als Brief oder Video

    Gottesdienst ist leiblich. In diesen Zeiten der vorgeschriebenen sozialen Distanz merken wir das besonders. Menschen treffen sich in einem Raum. Der hat eine Erlebnisqualität. Sie sehen einander in die Augen und begegnen sich. In Zeiten von Corona ist das nicht möglich, und so haben wir darüber nachgedacht, welche Möglichkeiten wir noch haben. Der Predigttext des kommenden Sonntags muss verbreitet werden, fanden André Demut und ich. Es ist ein Jesaja-Text, in


  • Gott als Herrenschneider. Predigt zum Sonntag Invokavit

    Predigt am Sonntag Invokavit (1. März 2020) im Lutherhaus, Gera-Untermhaus.   Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. – Amen. … Ein Gott, der im Garten umhergeht, liebe Gemeinde, und zwar in der Abendkühle, dann wenn es uns Menschen auch sehr gefällt, weil die Hitze des Tages sich gelegt hat und vielleicht ein linder Wind weht. Ein Gott


  • Predigt zur Jahreslosung 2020

    Predigt zur Jahreslosung am 3. Sonntag nach Epiphanias (26. Januar 2020).   Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen. … Liebe Gemeinde, „Angst ist ein schlechter Ratgeber“, sagt man, und Panik ein wahrscheinlich noch viel schlechterer. Stellen Sie sich vor, wir wollten uns daran orientieren, was einer in einer Panik-Attacke spürt, wie er in diesem Moment


  • Predigt zur Christvesper 2019

    Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.   Der Stern zu Graefenhainichen Ein Komet zieht über den Himmel des Jahres 1607. Sein Schweif ängstigt die Menschen. In den Sternenschweif weben Menschen und ihre Ängste, die Zeichen des beginnenden Krieges hinein. … Es ist ungewöhnlich kalt im Ackerstädtchen Gräfenhainichen, als der Familie Gerhardt am 12. März des


  • Predigt zum 4. Advent 2019

    Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.   Ja! Liebe Gemeinde, Christus ist das Ja! Diesen Satz habe ich Ihnen heute auszurichten. Christus ist das Ja! .. Mein Problem ist nur, dass ich nicht richtig an diesen Satz herankomme, weil ich immer an diese Ja!-Produkte denken muss. Ein Ja mit einem Ausrufezeichen. Wahrscheinlich geht es Ihnen


  • Konfirmation 2019

    Hier ist meine Predigt am Pfingstsonntag zur Konfirmation (9. Juni 2019) in St. Marien, Gera-Untermhaus.   Gnade und Friede von dem, der da war und der ist und der kommt, sei mit euch allen! Liebe Gemeinde, Wieviel Abschied liegt eigentlich in so einer Konfirmation? Ich komme auf die Frage, weil unser Predigttext, das Evanglium des Pfingstsonntags, eine Abschiedsrede ist. Jesus nimmt Abschied, ein paar Tage später wird er ans Kreuz


  • Predigt am Sonntag Exaudi

    Jesus spricht hier vom „Inneren“ des Menschen mit einem Wort, das zu der Volks- und Festkultur, zum Erntedank, zum Fruchtbarkeitsfest passt, in der er gerade auftritt. Er schaut dem Volk aufs Maul, wie Luther sagen würde. Wer zu ihm kommt, wird nicht Wasser schöpfen, sondern selbst eine Quelle sein, eine Quelle, die nicht nur zart und freundlich sprudelt, sondern aus der das Wasser hervor schießt. So wie der Stein sich


  • Predigt am Sonntag Sexagesimae im Lutherhaus, Gera-Untermhaus.

    Was hier erzählt wird, ist ein entscheidender Schritt. Der Übertritt des jungen Christentums nach Europa. Der erste Mensch, der in Europa Christ wird. Es ist eine Frau, wie ja auch Maria Magadalena die erste Apostelin war. Die erste Gemeinde in Europa, eine Hausgemeinde bei der Purpurkrämerin Lydia. Historisch gesehen ein großer Moment, erzählerisch ein ganz schönes Durcheinander. Phrygien, Galatien, Mysien, Troas – alles Fehlschläge, Predigt, die nicht gesegnet ist, keine


  • Predigt am 1. Weihnachtstag in St. Marien, in St. Marien, Gera -Untermhaus.

    Der Zauber der Weihnacht ist dieses Staunen. Das Kind in der Krippe, vor dem sich die Weisheit verbeugt. Aus dem, was wir schon immer geahnt haben, wird ein Leben, praktisch und klar, verzweigt und vielfältig. Aus dem Lied wird die Geschichte, von einem Menschen, der über die Erde ging. Und über diesem Leben, dass wir ein Leben lang ansehen, in dem wir unser Leben lang unterwegs sind, werden wir selbst,


  • Predigt zu Jesaja 11, 1-9 in der Christvesper in St. Marien, Gera -Untermhaus.

    Wir hatten im Wald einen umgestürzten Baum gesehen. Und er war entsetzt, dass ein Baum auf der Erde liegen konnte. Dieser mächtige, in den Himmel ragende Turm konnte nicht auf der Erde liegen, fand mein Sohn. Meine Erklärungen liefen völlig ins Leere. Der ist wahrscheinlich gefällt worden. Den hat vielleicht der Sturm umgeweht. Der war vielleicht krank. Er schüttelte nur unwillig den Kopf. „Warum ist der um gefallen?“, wiederholte er


  • Predigt Heiligabend, in St. Marien, Gera -Untermhaus.

    Maria wusstest du, dass dein Söhnlein unsere Söhne und Töchter retten wird? Wusstest du, dass dein Söhnlein gekommen ist, um uns zu erneuern? Dass es uns erretten wird? Wusstest du, dass es in die Fußstapfen der Engel treten wird Und wenn du dein kleines Kind küsst, küsst du das Angesicht Gottes. Durch ihn werden die Blinden sehen, die Tauben hören und die Toten werden auferstehen. Die Lahmen werden springen, die


  • Predigt am 2. Advent in St. Marien, Gera Untermhaus.

    Ist das Reich Gottes eigentlich wie das Schlaraffenland? Sie erinnern sich: Zuerst muss man die Mühen des Grießbreiwalls durchstehen. Da muss man sich hindurch essen. Aber dann, wenn man auf der anderen Seite ist, da fliegen dann die gebratenen Hähnchen durch die Luft, und auf den Wiesen stehen Lutscher als Blumen. Die Menschen dort haben dicke Bäuche und liegen einfach nur herum. Sogar zum Sitzen fehlt ihnen die Energie. Aus


  • Predigt am 3. Sonntag nach Trinitatis in St. Marien, Gera-Untermhaus.

    „Entbilden“, nannte es Meister Eckart aus dem Erfurter Predigerkloster, alle Bilder verlieren, in denen ich Gott denke, mit denen ich von Gott spreche. Wer Gott kennen lernen will, muss alles hinter sich lassen, was er kennt. – Anders der rheinische Mystiker Joseph Beuys. „Die Mysterien finden im Hauptbahnhof statt“, schrieb er auf eine seiner Schiefertafeln, mit denen er seinen Kunst-Jüngern die Welt erklärte. Ein Satz ganz im Sinne des Paulus.