Sommerkirche IV: Der Koloss mit den tönernen Füßen

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Illustration zum Traum des Nebukadnezar aus dem Daniel Kommentar des Reichenauer Kodex, der in der Bibliothek in Bamberg liegt und so ungefähr aus dem Jahre 1000 stammt.

Der Kopf aus Gold, die Brust aus Silber, die Lenden Bronze und die Füße aus einer Mischung von Ton und Eisen, was dem Standbild eine gewisse Fragilität verleiht. Der Kopf ist die Gegenwart, erklärt der Prophet Daniel dem König Nebukadnezar, und alles was dann kommt, ist eine Stufe schlechter, bis zum Schluss ein Gemisch dem Gebilde schwachen Stand verleiht, das sich nicht verbindet und deshalb bald zerstört werden kann von einem Stein, der vom Himmel kommt. Ist die Mischung von Ton und Eisen vielleicht die Multikulturelle Gesellschaft? Und der goldene Kopf das Herrschaftsgebiet des deutschen Kaisers Karl V., in dessen Reich die Sonne nie unterging? Diese Deutung werden Sie bei der Sommerkirche am 21. Juli 2019 um 17 Uhr in der Thieschitzer Kirche wohl nicht hören. Denn wir haben die Ökumene-Referentin des Erfurter Landeskirchenamtes eingeladen Kirchenrätin Charlotte Weber. Was wird für sie der goldene Kopf sein und was die tönernen Füße des Kolosses, der im Danielbuch erwähnt wird und seitdem als Symbol für ein zerstörbares Großreich gilt? Wird sie überhaupt eine Deutung wagen? Und wie lesen Sie Daniel 2?

Nur eins ist sicher. Hamid Mohamed wird vor, nach und zwischen der Bildauslegung des Kunstgeschichtlers Thomas Kiemle (Gera 2025) und der Predigt der Oekumenikerin die Kurdische Kurzhalslaute (Ba ̆glama) spielen. Und es werden Choräle gesungen; es gibt ein Orgelvorspiel und -nachspiel und ein thematisch passendes Mahl. Falls das reicht, um Sie zu interessieren, was haelt Sie davon ab vorbeizukommen?
Frank Hiddemann
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Seit 2015 Pfarrer in St. Marien und seit 2018 Leiter der Ökumenischen Akademie Gera / Altenburg (https://oek-akademie-gera.de/).

Frank Hiddemann
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